Wer Ostfriesland kennt, kennt Norderney, Greetsiel und das Pilsumer Leuchtfeuer. Diese Orte sind großartig, aber sie sind auch voll. Wir wohnen und arbeiten in der Region und kennen die Stellen, an denen Sie morgens den Strand für sich allein haben, abends in einem stillen Hafen sitzen und nachts den Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung sehen können. Zwölf wirklich besondere Orte, und warum sie sich für Ihren nächsten Urlaub lohnen.

1. Greetsieler Sieltief am frühen Morgen

Greetsiel ist tagsüber voll. Aber zwischen 6 und 8 Uhr morgens, wenn die Krabbenkutter rauslaufen, gehört der Sielhafen Ihnen allein. Holen Sie sich einen Kaffee bei der frühesten Bäckerei (öffnet 5:30), setzen Sie sich an den Hafenkran und sehen Sie zu, wie die Boote die Schleuse passieren. Es ist der schönste Anblick, den Ostfriesland zu bieten hat.

2. Der Sielhafen Nessmersiel

Direkt neben dem bekannten Norddeich, aber komplett unterschätzt. Sielhafen mit Krabbenkuttern, Fischräucherei (Räucherei Hermann Janßen, der frischeste Räucherfisch der Küste), Watt-Zugang ohne Massentourismus. Tipp: Halb-Tages-Wattwanderung bei Ebbe, danach in der Kombüse Nessmersiel essen.

3. Das Lütt Hus Café in Wirdum

Mitten im Ostfriesland-Hinterland, in einem 200 Jahre alten Reetdachhaus, gibt es das beste ostfriesische Sahne-Torte-Trio des Landes. Ehrlich. Nur an Wochenenden geöffnet, oft ausgebucht. Wer um 9:30 vorbeischaut, hat eine Chance.

4. Der Holländerdeich bei Hage

Wenig bekannte Deichstrecke östlich von Hage, perfekt für E-Bike-Touren. Kaum Verkehr, weiter Blick aufs Watt, im Sommer Schafe direkt am Weg. Empfohlene Tour: vom Bahnhof Hage über den Deich nach Norddeich (ca. 12 km), dort essen, mit dem Bus zurück.

5. Pewsumer Watt zur Vollmond-Nacht

Bei Pewsum gibt es eine sehr seltene Möglichkeit: bei klarer Vollmondnacht (idealerweise zwischen September und März, wegen weniger Tourismus und klarerer Luft) ins Watt zu gehen. Mit Mondlicht statt Stirnlampe. Atmosphärisch unfassbar. Aber wirklich nur mit Wattführer und bei perfekter Wettervorhersage.

6. Das Sielmuseum Carolinensiel, bei Regen

Klingt wie ein Touristen-Tipp, ist es aber nicht. An Regentagen ist es leer, hat aber eine der besten Sammlungen zur ostfriesischen Schifffahrtsgeschichte. Drei Museumsstandorte verteilt im Ort, Eintritt günstig. Wer Regen hat und Ostfriesland verstehen will, ist hier richtig.

7. Der Knock, der windigste Punkt Deutschlands

Westlich von Emden, am Dollart, gibt es einen Punkt namens „Der Knock". Es ist statistisch der windigste Ort Deutschlands. Mit ordentlicher Jacke kann man hier 30 Minuten verbringen und versteht, warum die Nordsee Geschichten schreibt. Restaurant „Zur Knock" mit überraschend gutem regionalem Essen.

8. Reider Land, die echte Stille

Das Reiderland (südlich von Bunde) ist die am dünnsten besiedelte Region Niedersachsens. Hier passiert nichts. Und genau das ist der Punkt. Wenn Sie Reiz-Pause brauchen, fahren Sie hier hin. Wandern Sie an den Sielen entlang. Übernachten Sie in einer alten Hofstelle. Sehen Sie zwei Tage lang fast keine Menschen.

9. Die Krummhörn-Kirchentour

Die Krummhörn (zwischen Emden und Greetsiel) hat 19 mittelalterliche Backsteinkirchen, alle wunderschön, viele kostenlos zugänglich. Eine Rad-Tour an einem Sommertag, von Kirche zu Kirche, mit Picknick auf einem der Friedhöfe (die hier wirklich schön und nicht gruselig sind). Besonders: Pilsum, Loquard, Rysum, Marienhafe (mit Klaus-Störtebeker-Turm).

10. Das Otto Huus Emden

Emden hat ein Geheimnis: das Otto Huus. Hier ist der Komiker Otto Waalkes aufgewachsen, das Haus ist heute ein kleines Museum. Auch für Nicht-Otto-Fans charmant, und kostenlos. Danach an die Kunsthalle Emden (Henri-Nannen-Sammlung), Weltklasse-Bilder in einer Provinzstadt.

11. Die Ewer-Werft Leer

Leer ist nicht direkt an der Küste, aber an der Ems, und es hat eine Werft, die historische ostfriesische Ewer (Frachtsegler) restauriert. Bei vorheriger Anmeldung kann man eine Führung bekommen und sehen, wie diese 200 Jahre alten Schiffe wieder seetauglich gemacht werden. Eine Reise zurück in die Hanse-Zeit.

12. Boßeln-Schnupper-Tour

Boßeln (auch Klootschießen genannt) ist die ostfriesische Volkssportart schlechthin. Außerhalb der Wettkämpfe gibt es in vielen Dörfern Schnupper-Touren, oft am Wochenende. Sie laufen 3-5 km mit einer Gruppe, werfen unterwegs eine Holzkugel, und essen am Ende Grünkohl und Pinkel. Reservieren Sie über die örtliche Tourist-Info. Eine der authentischsten ostfriesischen Erfahrungen, die Sie haben können.

Wann am besten kommen?

Die unbekannten Tipps funktionieren am besten in der Schulter-Saison: Mai/Juni oder September. Im Juli/August ist überall mehr los, auch an den Geheimplätzen. Im Winter ist vieles geschlossen oder schwer erreichbar, aber dafür komplett ungestört.

Wo übernachten?

Wir vermitteln Premium-Ferienwohnungen entlang der Küste. Für die hier genannten Tipps am besten geeignet: das Landhuus an der ostfriesischen Festlandsküste, kleinere Wohnungen in Krummhörn-Nähe, das Premium-Apartment Royal Blue in Wilhelmshaven für die südlichere Ostfriesland-Erkundung. Verfügbarkeit prüfen.

„Das wahre Ostfriesland ist still. Wer das einmal verstanden hat, kommt immer wieder."